Christoph Grab

RAW VISION

Christoph Grab - Saxes
Ronny Graupe - Guitar
Thomas Luescher - Piano/Accordion
Raphael Walser - Bass
Maxime Paratte - Drums


Permanente Aufbruchstimmung

von Johannes Kaltrein

Christoph Grab präsentiert mit seinem Ensemble RAW VISION das dritte Album: "Fool's Dance". Der Zürcher Saxophonist zählt als Komponist und Bandleader zu den herausragenden Vertretern einer nonkonformistisch-multiperspektivischen Jazzmoderne. Die Musik von RAW VISION oszilliert zwischen Komplexität und Dringlichkeit, zwischen intellektueller Schärfe und emotionaler Grosszügigkeit.

In den 1960er-Jahren kamen auf dem Label Blue Note eine Reihe visionärer Alben heraus, die sich durch eine wagemutige Synthese aus neuartigen kompositorischen Verfahren und atemberaubender Jazz-Improvisationskunst auszeichnen - genannt seien hier nur «Out to Lunch» von Eric Dolphy, «Point of Departure» von Andrew Hill sowie «Components» von Bobby Hutcherson. Diese Alben bilden das Fundament einer nonkonformistisch-multiperspektivischen Jazzmoderne. 

Wenn Christoph Grab über das kreative Überwinden von Widerständen und über den Vorstoss in neue Dimensionen spricht, gibt er sich als zeitgenössischer Vertreter eben dieser Jazzmoderne zu erkennen. Der Tenor- und Altsaxophonist Grab ist zwar auch ein praktizierender Verehrer der Tradition (wie z.B. das Monk-Programm «Reflections» seines Trios aufs Schönste beweist), aber im Zentrum seines Schaffens steht die abenteuerlustige und wandlungsfähige Formation RAW VISION, mit der er sich beherzt zwischen Abstraktion und Action bewegt und für die er die Kompositionen selber ausheckt (dank seiner Mitgliedschaft im 7-köpfigen Zürich Composers Collective kann Grab seine Stücke regelmässig einem kritischen Check-Up unterziehen). 

Seit ihrer Gründung befindet sich RAW VISION in permanenter Aufbruchsstimmung. Für das neue Album "Fool's Dance" gab es ein paar Wechsel in der Besetzung und bei der Instrumentierung - es hat sich ein Zürcher Kernquartett mit Grab, Raphael Walser (Bass), Maxime Paratte (Schlagzeug) sowie Thomas Lüscher herausgebildet, wobei Letzterer nun nicht mehr als Akkordeonist, sondern als Pianist in Erscheinung tritt. Dazu kommt mit dem Gitarristen Ronny Graupe ein Berliner Joker. Was diese progressiven Jazzmusiker verbindet, ist die Bereitschaft, Konventionen auf lustvolle Weise zu überwinden. Nota bene: Um Konventionen überwinden zu können, muss man sich zuerst einmal ernsthaft mit ihnen auseinandergesetzt haben.

Während Grab fürs letzte Album «Code Talker» ganz bewusst mit bei der E-Musik entlehnten Kompositionsmethoden (z.B. Messiaen-Tonleitern, additive Rhythmen oder Atonalität) hantiert hat, liess er sich für "Fool's Dance" beim Komponieren stärker von seiner Intuition leiten. Trotz etlichen Vertracktheiten - etwa die permanente Tempo-Modulation im Drumpattern des Stücks «Döschwo» oder der Kombination von 12-Ton-Melodie mit fraktalem Rock-Groove im Stück «Resistance Becomes Duty»  - hat man als Zuhörer nie das Gefühl, es mit einer Kopfgeburt zu tun zu haben. Dafür ist die Musik viel zu lebendig, zu sinnlich und auch zu abwechslungsreich - für ein auf dem Tritonus-Intervall aufbauendes Stück («Rohling») hat es da ebenso Platz wie für eine wunderbare Blues-Hommage an Duke Ellington («Duke’s Mood»). Kommt hinzu, dass diese Band auch dann einen unheimlich mitreissenden Drive zu entfalten mag, wenn sie um Ecken und Kanten oder ganz enge Kurven herummanövrieren muss. Formale Herausforderungen führen nicht zu Überforderung, sondern zu einem improvisatorischen Mehrwert.

 

"Da geht einer beherzt aufs Ganze. Christoph Grab zählt nicht nur zu den spannendsten und meistbeschäftigten Saxophonisten der Schweiz, sondern ist offenbar ein ausserordentlicher, ein visionärer Gestalter von Klangstrukturen. Seine Kompositionen auf "Code Talker" scheinen geradewegs einem Paralleluniversum der Jazzgeschichte entsprungen zu sein. (...) Grabs Band ist eine kompakt agierende, im Jazzgroove verwurzelte, klavierlose Combo. Sie ist zugleich auch ein fantastisches und farbenreiches Orchester, dessen Stimmen in polyphonem und polyrhythmischem Reichtum fesselnde Kontraste und Kombinationen bilden. (...) Ein kleines Ereignis."

Hans-Jürgen Schaal Fidelity März'16

"Grab spielt Jazz auf der Höhe der Zeit, durchdacht und spielerisch, virtuos und lyrisch, gescheit und zugänglich.  Grab vereinigt gewissermassen Kopf und Bauch der Musik zu einem Ganzen."

Beat Blaser Schweiz am Sonntag 23.3.2014

"Auf der musikalischen Überholspur - Das Quintett RAW VISION um den Zürcher Saxofonisten Christoph Grab sprengte im Sauschdall alle Grenzen. (...) Ein musikalisches Roadmovie der Extraklasse!"

Augsburger Allgemeine 17.5.2014

Konzerte

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Videos

New Album: Fool's Dance (some snippets)

Album: Code Talker (some snippets)

Album: Raw Vision (some snippets)

Live at Jazzfestival Schaffhausen 2015

"Das furchtbare Schweigen der Guten" live at MOODS/Zurich

RAW VISION plays "abstract view", live at unerhört'11

Alben

Raw Vision - Fool's Dance (QFTF)

2019


Line-up

Christoph Grab ts/as, Ronny Graupe git, Thomas Luescher p, Raphael Walser b, Maxime Paratte dr


Line-up

Christoph Grab ts/as/ss, Frank Möbus git, Bernhard Bamert tb, Thomas Luescher acc, Silvan Jeger b, Maxime Paratte dr, special guest: Matthias Tschopp bs/bcl


Reviews

"...düster, morbide, schonungslos offen, entblössend, kampfeslustig, paralysiert, hyperaktiv, melancholisch, manchmal auch euphorisch: ein Stück Musik wie ein Roman von Karl Ove Knausgard. Voller komplexer Rhythmen, energiegeladener Instrumentalbeiträge, spannender Soli und überraschender Wendungen."

Reinhard Köchl Jazzthing 11/2015

"Da geht einer beherzt aufs Ganze. Christoph Grab zählt nicht nur zu den spannendsten und meistbeschäftigten Saxophonisten der Schweiz, sondern ist offenbar ein ausserordentlicher, ein visionärer Gestalter von Klangstrukturen. Seine Kompositionen auf "Code Talker" scheinen geradewegs einem Paralleluniversum der Jazzgeschichte entsprungen zu sein. (...) Grabs Band ist eine kompakt agierende, im Jazzgroove verwurzelte, klavierlose Combo. Sie ist zugleich auch ein fantastisches und farbenreiches Orchester, dessen Stimmen in polyphonem und polyrhythmischem Reichtum fesselnde Kontraste und Kombinationen bilden. (...) Ein kleines Ereignis."

Hans-Jürgen Schaal Fidelity März'16

Raw Vision - Raw Vision (UNIT Rec)

2013


Line-up

Christoph Grab ts/as, Frank Möbus git, Silvan Jeger b, Maxime Paratte dr, Bernhard Bamert tuba/tb,Thomas Luescher acc, Ronny Graupe git (4./6.)


Reviews

"Mit seinem neuen Projekt Raw Vision wird deutlich, dass Christoph Grab nicht umsonst den Ruf hat, einer der innovativsten Musiker und technisch besten Saxophonisten seiner Heimat zu sein.

 Mit dieser Besetzung wird ein Feuerwerk an modernem Jazz abgefeuert, das nur so von Ideen strotzt und dennoch nie ins Chaos abgeleitet, sondern die fein gesponnen Kompositionen und Arrangements zelebriert. (...) Raw Vision kann von der ersten Sekunde an überzeugen und ist ein Hörgenuss für alle, die nicht nur im Mainstream unterwegs sind. Christoph Grab beweist einmal mehr, dass er sowohl als Saxophonist wie auch als Komponist glänzen kann. Sehr gelungen!"

Ingo Andruschkewitsch musikansich.de, Juni 2014

"...Beeindruckend auch die Flexibilität und visionären Ausblicke auf das, was demnächst, in ein paar Jahren vielleicht, als zeitgenössischer Jazz beschrieben wird." 

Klaus Hübner Jazz Podium (9/2014)

"Da hat der Schweizer Saxophonist Christoph Grab schon die richtigen Mitstreiter gefunden: Notorische Anarchisten an der Gitarre wie Frank Möbus und Ronny Graupe feilen mit an seiner rauen Vision.(...) Jazz, der mit viel Humor im Hier und Jetzt verhaftet ist.(...) Zeitgenössischer Jazz aus der Schweiz scheint immer sinnlicher zu klingen, als der nämliche aus Deutschland..."

Ralph Thomas Jazzthing, Juni 2014

Bilder

Presse Downloads

Hochaufgelöste Bilder und Infos zum downloaden.
pic: Christoph Grab's RAW VISION 1
pic: Christoph Grab's RAW VISION 2
pdf: Info RAW VISION