Der Jazzjournalist Tom Gsteiger schrieb am 23.11.2012 über unser Konzert mit RAW VISION:
"Wie gut der Zürcher Saxophonist Christoph Grab mit dem Berliner Gitarristen Frank Möbus harmoniert, war am Mittwoch im Theater am Gleis zu erleben. (...)
Grab hat für das Quartett ein Repertoire komponiert, aus dem Bezüge zum New New York Jazz und Anleihen bei historischen Vorbildern herauszuhören sind - so erinnerte zum Beispiel das zweite Stück im ersten Set, eine in dynamischen Wellenbewegungen sich entfaltende Rubato-Ballade mit dem Titel "Lamento", einerseits an die kongeniale Zusammenarbeit des Saxophonisten Bill McHenry mit dem Gitarristen Ben Monder, liess aber auch Bezüge zum bahnbrechenden Trio des Schlagzeugers Paul Motian erkennen.
Das aufgedrehte Proteststück "Klick dich selbst!" kam wie eine aktuelle Variante von Charles Mingus' "Fables of Faubus" daher. Auch das Stück "Mein Drummer spinnt!" wies einen gewissen Mingus-Faktor auf: Die Tempowechsel erinnerten an die waghalsigen Rochaden, mit denen der grosse Bassist und der Schlagzeuger Dannie Richmond für Furore sorgten. Schliesslich sei hier noch das Stück "Fluchtpunkt" erwähnt, mit dem das abwechslungsreiche und anspruchsvolle Konzert eröffnet wurde: Da hatte man manchmal das Gefühl, als hätte sich der aus der Tristano School hervorgegangene Komplexitätsmelodiker Warne Mars in eine Session der Werkstatt für Improvisierte Musik verirrt.
Tatsächlich zählt Grab zu den nicht allzu zahlreichen Schweizer Jazzmusikern, denen der Spagat zwischen verschachtelten Strukturen und expressivem Free Playing in exemplarischer Weise gelingt. Und darum hat er in Frank Möbus den kongenialen Partner zur Umsetzung seiner Raw Vision gefunden, schliesslich zählt dieser vielseitig-hinterlistige Gitarrist nicht von ungefähr zu den Aushängeschildern der progressiven Berliner Jazzszene. (...)"



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